"Public Value Award" für das öffentliche Bad 2016

Die Schwimmhalle Inselpark in Hamburg-Wilhelmsburg erhielt im Jahr 2016 den "Public Value Award" für das öffentliche Bad.
Das Gütesiegel "Bestes Schwimmbad" in der Kategorie „Hallen-, Kombi- und Freizeitbäder“ wurde ausgelobt durch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V.

Inhalt des Wettbewerbs
Die Kultur öffentlicher Bäder in Deutschland ist im Bewusstsein der Bevölkerung fest verankert. Eine große Mehrheit der Bürger hält die von den Städten und Gemeinden betriebenen Bäder, ganz gleich welcher Art, für wichtig und erwartet ein Angebot „für alle“, das für die ganze Gesellschaft bereitgestellt wird. Dagegen stehen die immer knapper werdenden finanziellen Mittel der öffentlichen Hand. Nicht selten resultiert aus dieser Konstellation eine Verengung des Blicks auf den rein betriebswirtschaftlichen Erfolg eines Bades.
Dem möchte die Idee des „Public Value“ eine ganzheitliche Beurteilung entgegensetzen. „Public Value“ (wörtlich: „öffentlicher Wert“) bezeichnet den Wertbeitrag und Nutzen, den eine Organisation für eine Gesellschaft erbringt. „Public Value“ beantwortet die Frage, was eine Organisation – hier das öffentliche Bad – wertvoll für eine Gesellschaft macht. Entscheidend ist dabei das neue Verständnis von „Wert“-Schöpfung, die erst durch Wertschätzung und gesellschaftliche Akzeptanz entsteht.
Der Public Value-Beitrag der öffentlichen Einrichtung „Bad“ geht also über die Grundversorgung zu geringst­möglichen Kosten hinaus und führt zur Erhaltung und Steigerung von Lebensqualität. In diesem Sinne zeichnet der Wettbewerb Schwimmbäder aus, die seinem Slogan „Aktivsein für die ganze Gesellschaft“ entsprechen.

Begründung der Jury:
Schwimmhalle Inselpark, Hamburg
„Das neue Sportschwimmbad: Ein Baustein zur positiven Quartiersentwicklung“
Die Hamburger Schwimmhalle Inselpark überzeugt zunächst durch eine einzigartige Architektur, die den sportlichen Aspekt des Schwimmens in den Vordergrund rückt. Gerade Formen und die nicht zuletzt durch die komplett zu öffnende Schiebewand mit Fensterfront gegebene offene Atmosphäre wirken einladend, die moderne 33 Meter Bahn mit Tribüne symbolisiert Wertschätzung gegenüber Leistungssportlern (z.B. auch als Wasserballzentrum). Auch auf gesundheitlicher Ebene bietet die Schwimmhalle Inselpark viel, beispielsweise zur Prävention, im Bereich Behindertensport und mit therapeutischen Schwimmangeboten. Das Bad ist im Wesentlichen funktionell aufgebaut. Dem Selbstverständnis als Sportbad wird es in außergewöhnlichem Maße gerecht. Der Fokus liegt auf dem Schwimmen als körperlicher Aktivität selbst, nicht auf der Bade-Kultur als Inszenierung.
Der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ist ein traditionsreicher, aber auch ein herausfordernder Standort. Das Bad sieht sich als Treffpunkt für Jugendliche und Familien, als lebenswichtiger Ort zur Schwimmausbildung und als Integrationsraum. Ein besonderer Fokus liegt beispielsweise auf Frauen- und Mädchenschwimmprogrammen. Das noch sehr junge Bad hat in seiner erst dreijährigen Geschichte bereits einige Kooperationen realisiert. Besonders stark frequentiert wird es durch Vereine und Schulen (über 60 % der Auslastung). Die hohen Besucherzahlen zeigen, wie gut das Angebot der Schwimmhalle Inselpark von der Gesellschaft angenommen wird. In ökologischer Hinsicht ist sie vorbildhaft. Die Jury möchte mit dem 1. Preis für dieses Bad insbesondere den Beitrag zur Quartiersentwicklung würdigen, der durch ein klares, aber auch mutiges Konzept überzeugt.
Dabei haben sich die Experten gefragt: Was macht den Gemeinwohlbeitrag des Schwimmbades aus? Was leistet es in den Bereichen Gesundheit, Genuss und Wohlbefinden, Gemeinschaft, Ökologie sowie Wirtschaftlichkeit und stellt damit einen „gesellschaftlichen Mehrwert“ dar?